Grundsätzliches zur Wahl
- Warum jede Stimme zählt!
- Listenwahl
- Betriebsratswahl – Hintergründe
- Briefwahl auf Antrag möglich

Für euch
- Liste 2
- Deine Stimme zählt!
Warum jede Stimme zählt!

Bei einer Listenwahl bestimmt die Anzahl der Stimmen, wie viele Sitze eine Liste im Betriebsrat bekommt.
Wie das genau funktioniert: Siehe unten
Die 3 größten Irrtümer über die Listenwahl:
Es kommt nur die stärkste Liste in den Betriebsrat
Falsch! Ähnlich wie bei der Zweitstimme bei der Bundestagswahl ist das Verhältnis der von den einzelnen Listen erhaltenen Stimmen ausschlaggebend für die Verteilung der Sitze im Betriebsrat. Das heißt: Die größte Liste bekommt zwar die meisten Sitze, aber nicht alle.
Ich kann einzelne Personen wählen
Falsch! Der Wähler kann nur EIN Kreuz machen. Wer dann von einer Liste in den Betriebsrat kommt, entscheidet die Reihenfolge und die Anzahl Sitze der jeweiligen Liste.
Meine Stimme hat doch sowieso keinen Einfluss
Falsch! Eine Stimme mehr oder weniger kann den Ausschlag geben ob einer mehr oder weniger von einer Liste in den Betriebsrat kommt. Siehe dazu auch die Beispiel-Rechnung unten.
Wenn „deine“ Liste stark sein soll: Gehe wählen oder beantrage die Briefwahl! Du hast Einfluss!
Listenwahl
Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Wahlverfahren: Personenwahl und Listenwahl. Bei der Personenwahl kann ich direkt die Kandidat*innen wählen, die ich kenne und denen ich vertraue.
Das hat einige Vorteile und bisher wurde das auch immer so gemacht. In dieser Wahlperiode wird es jedoch eine Listenwahl geben. Ähnlich wie bei der Bundestagswahl bekommt dann jede Liste („Partei“) die Anzahl an Sitzen im Gremium im Verhätnis der Wählerstimmen. Doch auch hier zählt jede Stimme – denn schon eine einzige Stimme kann darüber entscheiden, ob eine Liste eine Sitz mehr oder weniger im Gremium bekommt.
Beispielrechnung mit Listenwahl
Hier ist ein einfaches Beispiel für die d’Hondtsche Wahlmethode (Höchstzahlverfahren), bei dem drei Listen um 5 Betriebsratssitze konkurrieren.
In diesem Szenario verpasst Liste 3 den Einzug ihres ersten Kandidaten um exakt eine Stimme.
Wahlergebnis
- Liste 1: 300 Stimmen
- Liste 2: 201 Stimmen
- Liste 3: 99 Stimmen
Berechnung der Höchstzahlen
Die Stimmen jeder Liste werden nacheinander durch 1, 2, 3 usw. geteilt. Die 5 höchsten Ergebnisse (Höchstzahlen) erhalten jeweils einen Sitz.
| Divisor | Liste 1 | Liste 2 | Liste 3 |
|---|---|---|---|
| : 1 | 300,0 (1. Sitz) | 201,0 (2. Sitz) | 99,0 |
| : 2 | 150,0 (3. Sitz) | 100,5 (4. Sitz) | |
| : 3 | 100,0 (5. Sitz) | 67,0 |
Analyse: Warum fehlt genau eine Stimme?
Der letzte (5.) Sitz geht an Liste 1 mit der Höchstzahl 100,0 (300 : 3).
Liste 3 hat nur 99 Stimmen. Um den 5. Sitz zu erhalten, hätte Liste 3 eine Höchstzahl von über 100,0 benötigt. Mit exakt 100 Stimmen (also einer Stimme mehr) hätte Liste 3 mit Liste 1 gleichgezogen (100,0 zu 100,0). Bei Stimmengleichheit entscheidet in der Regel das Los. Mit 101 Stimmen hätte Liste 3 den Sitz sicher gewonnen.
Ergebnis der Sitzverteilung:
Liste 3: 0 Sitze (hätte mit nur 1 Stimme mehr die Chance auf den 5. Sitz gehabt)
Liste 1: 3 Sitze
Liste 2: 2 Sitze
Weitere Infos dazu in folgenden Youtube Videos
- Listenwahl / Verhältniswahl – Einfach erklärt | Betriebsrat Video
- Betriebsratswahl: Listenwahl oder Verhältniswahl – Einfach erklärt | Betriebsrats Video
- Mehrheitswahl und Persönlichkeitswahl – einfach erklärt | Betriebsratswahl Tipp #7
- Wahlverfahren bei Listenwahl: Betriebsratswahl & d’hondtsches Höchstzahlverfahren – Passt das zusammen? | Betriebsrat Video

Betriebsratswahl – Hintergründe
Wer wird gewählt?
- Die Betriebsratswahl ist das Verfahren, bei dem Arbeitnehmer ihre Interessenvertretung (den Betriebsrat) wählen, die alle vier Jahre zwischen dem 1. März und 31. Mai stattfindet.
- Der Wahltermin ist in unserem Fall: 03.03.2026
Warum sollte ich wählen gehen?

Ein paar allgemeine Punkte (Quelle: Microsoft Copilot)
1. Mitbestimmung statt Fremdbestimmung
Ohne Betriebsrat entscheidet der Arbeitgeber allein über Themen wie:
- Arbeitszeiten
- Schichtpläne
- Urlaubsgrundsätze
- Homeoffice-Regelungen
- Einführung neuer Technologien
- Versetzungen oder Umstrukturierungen
Mit einem Betriebsrat müssen solche Dinge mitbestimmt werden. Das heißt: Beschäftigte haben eine Stimme, die rechtlich Gewicht hat.
2. Schutz der Beschäftigten
Ein Betriebsrat achtet darauf, dass:
- Gesetze eingehalten werden
- Tarifverträge korrekt umgesetzt werden
- niemand benachteiligt oder ungerecht behandelt wird
- Kündigungen geprüft und ggf. angefochten werden
- Arbeitsbedingungen fair bleiben
Gerade in größeren Unternehmen ist das ein enormer Schutzfaktor, weil einzelne Beschäftigte oft nicht die Kraft oder das Wissen haben, sich allein durchzusetzen.
3. Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Ein engagierter Betriebsrat kann viel bewegen:
- bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- faire Leistungsbewertungen
- Gesundheitsschutz und ergonomische Arbeitsplätze
- Weiterbildungsangebote
- transparente Kommunikation im Unternehmen
Viele Verbesserungen, die heute selbstverständlich wirken, sind oft das Ergebnis von Betriebsratsarbeit.
Wenn man es nüchtern betrachtet, ist ein Betriebsrat eine Art demokratisches Gegengewicht im Unternehmen. Er sorgt dafür, dass Entscheidungen nicht einseitig getroffen werden und dass Beschäftigte nicht nur „Kostenfaktoren“, sondern Menschen mit Rechten und Bedürfnissen sind.
Briefwahl
Wählen gehen von zu Hause aus
Um sicherzugehen, dass der Betriebsrat von möglichst vielen gewählt werden kann, gibt es die Möglichkeit der Briefwahl.
Um an der Betriebsratswahl per Post teilnehmen zu können, muss rechtzeitig die Briefwahl beim Wahlvorstand beantragt werden. Siehe Textvorlage unten.
So kann sichergestellt werden, dass die Unterlagen frühzeitig zu Hause ankommen und auch pünktlich zum Wahltag verfügbar sind.

Briefwahl beantragen (Textvorlage)

Briefwahl jetzt beantragen!
Lieber Wahlvorstand,
bitte sendet mir unter folgender Adresse die Briefwahlunterlagen zu.
Vorname Nachname
Straße
PLZ Stadt

